Unternehmen
Wie aus einem Bettenkaufhaus ein Zuhause auf Zeit wurde
Wer durch Wilhelmshaven fährt, erwartet dort vielleicht viel Wind, viele Schiffe – aber nicht unbedingt die Geschichte eines Hotels, das mit Kohlekraftwerken, Kreuzfahrtschiffen und Ölreserven zu tun hat. Doch genau das ist beim »Hotel Home« der Fall.
Das Gebäude in der Börsen-/ Ecke Mitscherlichstraße hatte vor seiner heutigen Nutzung eine bewegte Vergangenheit: Einst war es ein Betten- und Matratzenkaufhaus, später dann für kurze Zeit ein Bürohaus und Sozialkaufhaus und 2005 übernahm Sascha Scheller mit seiner »Scheller Projektlogistik GmbH & Co. KG« das Objekt – ursprünglich nicht mit der Idee eines Hotels, sondern mit einem ganz anderen Ziel: Schlafplätze schaffen. Und zwar für Monteure, Arbeiter und ganze Kolonnen, die auf den damaligen Großbaustellen in und um Wilhelmshaven tätig waren. Scheller war kein Hotelier, kein Visionär im herkömmlichen Sinne, sondern eher ein Pragmatiker mit Spürsinn.

Denn zwischen 2006 und 2010 war enorm viel los im Norden:
Der Bau eines neuen Kohlekraftwerks, die Entstehung des Jade-Weser-Ports, Arbeiten am Kavernengelände in Etzel (größter Speicher für Deutschlands Gas- und Ölreserven) und sogar die aufwendige Total-Renovierung und -Sanierung der »SS Rotterdam«, einem ehemaligen Kreuzfahrt-Flaggschiff, das heute als Hotel- und Eventschiff in Rotterdam liegt. Für all diese Projekte wurden Fachkräfte und -arbeiter gebraucht – und diese brauchten schlicht ein ordentliches Bett, eine warme Dusche und eine Unterkunft mit W-Lan und funktionierender Logistik. Hier kamen Scheller und die gleichnamige Projektlogistik ins Spiel. Das Unternehmen kümmerte sich nicht nur um Betten, sondern auch um alles, was drum herum nötig war: von der Zimmervergabe über Verpflegung bis hin zur Koordination und dem Transport von Heerscharen ganzer Teams. Kurz: Wer baute, schlief bei Scheller. Als die Baustellen abgeschlossen waren, stellte sich die Frage: Was tun mit der Immobilie? Die Antwort fiel pragmatisch aus – und war zugleich der Anfang einer neuen Entwicklung. Zwischen 2010 und 2012 wurde das Haus kernsaniert und vom Erdgeschoss bis einschließlich der zweiten Etage in ein modernes 3-Sterne-Hotel umgebaut. Mit einem einfachen Anspruch: Wer unterwegs ist, soll sich trotzdem ein bisschen wie zu Hause fühlen. So entstand das »Hotel Home«.

Laut für die Leisen!
Die Hasentour ist eine jährliche Benefiz-Motorradtour, bei der engagierte Fahrerinnen und Fahrer während der Ostertage in mehreren Etappen durch unsere Region fahren, um Spenden – primär für kleinere Vereine und Organisationen – zu sammeln, die oft zu „leise“ sind und somit bei anderen Spendenaktionen häufig unberücksichtigt bleiben Die Tour verbindet persönlichen Einsatz mit sozialem Engagement und bringt Menschen zusammen, die gemeinsam helfen wollen.
Als Hotel Home sind wir nicht nur stolzer Sponsor der Hasentour und stellen den Teilnehmenden tatkräftig unsere Unterstützung zur Seite, sondern bieten mit dem »Hasenbau« auch einen festen Anlaufpunkt für den Verein. Ehrensache – denn unser CEO ist auch Gründer und 1. Vorsitzender der Hasentour in Personalunion. Gemeinsam mit ihm und dem Hasenteam setzen wir ein Zeichen für Zusammenhalt, Solidarität – und echte Herzenssache.
2015 kam mit »Lars Lindenberg« ein erfahrener Hotelier und Direktor an Bord, der die Leitung des Hauses übernahm und sein Handwerk von der Pike auf an der renommierten Steigenberger Akademie und in diversen Häusern Deutschlands gelernt hat. Unter seiner Führung wurde die dritte Etage ausgebaut, ein Fitness- und Saunabereich integriert, Veranstaltungs-Highlights wie die beliebten Grillseminare und Whisky-Nächte ins Leben gerufen und das Hotel weiter professionalisiert. Heute empfängt das Hotel Home eine vielseitige Gästemischung: von Geschäftsreisenden, Ingenieuren, Offizieren und Soldaten der Bundeswehr/ Nato bis hin zu neuen und ehemaligen Monteuren, die gern wiederkommen – egal ob mit oder ohne Baustelle, aber dafür mit einem reichhaltigen Frühstücksbuffet, überdurchschnittlicher Flexibilität und einer Portion norddeutscher Herzlichkeit. Kein Luxuspalast, aber ein Ort, an dem man ankommt, zur Ruhe kommt – und vielleicht doch ein kleines bisschen zu Hause ist.
Das Motto des Hauses? »Unterwegs Zuhause sein«. Keine Marketingschablone, sondern gelebte Haltung. Wer einmal eingecheckt hat, weiß: Hier gibt es kein Plastiklächeln, sondern echte Herzlichkeit. Und manchmal auch den besten Kaffee der Stadt – von Menschen, die morgens um fünf wach sind, weil ein Stammgast seinen Tee genau so braucht, wie er ihn mag. Die Gäste? Bunt wie der Sonnenuntergang über dem Jadebusen. Geschäftsreisende, Alleinreisende, Familien, Monteure. Alle vereint durch den Wunsch, unterwegs ein kleines Stück Zuhause zu finden.

Parallel entwickelte sich die »Scheller Projektlogistik« weiter und bildete mit dem Hotel die Keimzelle der »Scheller Gruppe«. Was mit Baustellenlogistik und Monteursunterkünften begann, wurde zum A-Team der Möglichmacher. Von der Werftlogistik bis zum Full-Service-Catering, vom Immobilienmanagement bis zur Personalkoordination – die Scheller Gruppe steht für das, was man am liebsten gar nicht organisieren möchte, aber dringend braucht. Wenn man Kunde ist und sonntagnachts eine Unterkunft für 80 Personen, ein Catering für drei Wochen oder einen Kühlcontainer mit Ziel Arktis braucht – gibt es eine Telefonnummer, die man wählen kann. Und jemand geht ran.
Und das Hotel Home? Steht immer noch da. Nicht mehr als Kaufhaus, nicht mehr als Monteursunterkunft, sondern als ein kleines Denkmal norddeutscher Wandlungsfähigkeit. Ein Ort mit Geschichte, aber ohne Allüren. Ein Zuhause auf Zeit – in einer Stadt, die oft unterschätzt wird. Und das, ist vielleicht die charmanteste Pointe dieser Geschichte.

